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„ Meine Augen sehen verlangend nach oben:
Herr, ich leide Not, tritt für mich ein! “                            Jesaja 38, 14b

Liebe Freunde und Unterstützer,

vor sechs Wochen wurde Haiti von dem Hurrikan „Matthew“ getroffen, einem tropischen Sturm, wie wir uns schwer vorstellen können. Unsere Windskala in Deutschland geht bis Windstärke 12, was über 119 km/h Windgeschwindigkeiten bedeutet.

Ein Kategorie 1 Hurrikan entspricht Windstärke 12. „Matthew“ war über dem karibischen Meer zeitweise ein Kategorie 5 Sturm mit 260 km/h, welcher leicht abgeschwächt als Kategorie 4 Sturm mit 230 km/h Windgeschwindigkeiten über die Südhalbinsel Haitis langsam darüber wirbelte.

IB 2 2016 2Warum schreibe ich diese Details? Wirbelstürme in der Karibik (Hurrikan) und auch im Pazifik (Taifun) sind Teil des jährlichen Kreislaufs, jedoch ist es relativ selten, dass sie mit solcher Wucht auf Land treffen. Der letzte Sturm der mit solchen Kräften das Land Haiti traf war im Jahr 1964, Hurrikan „Cleo“.

Welche Soforthilfe konnte AEHaiti bisher leisten ?

Durch die finanzielle Unterstützung von Ihnen konnten wir bisher über 30 Familien durch Soforthilfe unterstützen, zum Teil in Form von Lebensmitteln, jedoch auch als Bargeldzuwendung.

Die Hauptstraßen wurden recht zügig geräumt, wodurch der Handel funktionieren kann; aber es können eben nur Menschen wieder daran teilnehmen, welche noch etwas besitzen. Extrem viele Menschen haben nahezu alles verloren, teilweise wurde ihnen vom Sturm die Kleidung vom Leib gerissen.

Wir möchten ihnen mit Würde helfen und deshalb zum Großteil ihnen die Entscheidung überlassen, was sie jetzt gerade brauchen, ob für Nahrung, Kleidung, Nutztiere, Baumaterial, Schulgeld oder Anderem.

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Wiederaufbau – die ersten drei Häuser sind fertig

Zur Soforthilfe gehört bei uns auch der zügige Wiederaufbau von Wohnhäusern, da ein Dach über dem Kopf ein absolutes Grundbedürfnis von uns Menschen ist. Wiederaufbau ist ganz natürlich mit höheren Kosten und Aufwand verbunden, doch wir haben die Hoffnung, weiterhin viele Spenden zu erhalten um auch in dieser Form einer großen Zahl an Familien helfen zu können. Drei Häuser in der Gegend von Torbeck konnten bisher durch Ihre Spenden wieder aufgebaut werden.

Alle Menschen die wir erreichen sind sehr dankbar für die Hilfe. Sie lebten vorher schon ein äußerst bescheidenes Leben. Wir konzentrieren uns momentan auf ländliche Gegenden, wo bisher keine Hilfe ankommt.

Foto: Wohnhaus bei Torbeck von Jean Willy, vorher und diese Woche, 16. November 2016

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Möglichkeiten der Hilfe durch AEHaiti

Die betroffene Region ist das Kernland von MEBSH, unserer Partnerorganisation, den Baptisten von Süd-Haiti. Dadurch haben wir sehr viele Möglichkeiten der Hilfe. Dieses Jahr halfen wir noch einer Familie, welche seit dem Erdbeben in 2010 auf Hilfe gehofft hat. Auch nach diesem Wirbelsturm ist kurzfristige aber auch langfristige Unterstützung und Hilfe notwendig.

Wir konzentrieren uns zunächst auf den Wiederaufbau von Wohnhäusern betroffener Familien und deren Unterstützung. Grundsätzlich haben wir weit mehr Möglichkeiten, welche wir bei Bedarf und nach Möglichkeit aktivieren können:

  • Lebensgrundlagen wiederherstellen: Saatgut für die verwüsteten Gärten und Felder, Nutztiere wie Hühner, Ziegen und Rinder.
  • Brunnen-Instandsetzung oder Neubau
  • Materialbeschaffung: Werkzeug, Holz, Wellblech, etc.
  • Wiederaufbau von Schulen …. usw.

Fotos: Familien die aktuell extrem improvisieren und Not leiden müssen. Sie benötigen dringend Hilfe.

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Foto: Die Ernte ist zerstört und eine Hungersnot droht. Im tropischen Klima grünt wieder alles, aber die Früchte lassen auf sich ein Jahr und mehr warten !!!

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Und was macht die Radioarbeit ?

Aktuell ist unser Schwerpunkt die Soforthilfe für Familien, doch die Radioarbeit bleibt sehr wichtig und wir arbeiten auch an den Projekten weiter. Bei der extrem hohen Analphabetenrate ist und bleibt Radio das wichtigste Informationsmedium in Haiti, vor allem für die ärmste Bevölkerungsschicht.

Vier Sendemasten von Radio Lumière sind in dem Sturm eingestürzt und auch Studiogebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen. AEHaiti half, das beschädigte Gebäude in Cité Lumière notdürftig zu reparieren.

Wir sind sehr dankbar, dass der neue Sendemast auf dem Morne Brieux den Sturm ohne Schaden überstanden hat. Dies bestärkt unseren Ansatz der nachhaltigen und möglichst professionellen Entwicklung von Haiti.

Im Namen unserer haitianischen Freunde und auch den Mitarbeitern von Radio Lumière bedanke ich mich bei Ihnen vielmals und wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit !                                 

               Herzliche Grüße,      signature

 

Fotos: Weitere Eindrücke nach Hurikan "Matthew" und Schäden an Radio Lumière Sendemasten

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